Lesen zündet ein Neuronenfeuerwerk im Gehirn © saralcassidy/ Pixabay

8. Februar 2021

Warum es was GANZ Richtiges ist, Kinderbücher zu schreiben!

Eine Bekannte: „Wieso schreibst du eigentlich nix Richtiges?“
Ich: (Hä?) „Wie bitte? Was meinst du?“
Die Bekannte: „Na, was für Erwachsene und so.“
Ich: „Hm…“ (Lohnt es sich wirklich, ihr das zu erklären?)

Impertinent , oder? Unwissen gepaart mit Arroganz – ganz schlechte Mischung.

Aber zurück zum Thema. Warum finde ich es wichtig, Kinderbücher zu schreiben? Nun, ich fürchte, dazu muss ich ein wenig ausholen, aber keine Sorge: Ich fange nicht bei Adam und Eva an. Vielmehr muss ich einfach vorausschicken, dass ich nachts oft wach liege. Ja… das ist normal in meinem Alter, das ist eine aufkeimende senile Bettflucht. Ich weiß, ich weiß. Aber! Meistens ersticke ich das langsam in Gang kommende Gedankenkarussell mithilfe griffbereiter Bettlektüre. Dazu habe ich mir angewöhnt, eine Taschenlampe neben dem Bett zu platzieren. Mit der verschwinde ich dann unter die Bettdecke, lese eine Stunde oder zwei und sinke dann zurück in Morpheus Arme. So weit, so gut.

Dumm nur, wenn die Batterie der Taschenlampe schon mau ist und mitten im schönsten Krimi-Showdown ganz den Geist aufgibt. So passiert letztens … Aber ok. Es ist nicht das Schlechteste, ein wenig zu grübeln. Jedenfalls habe ich mich an ein gutes Buch erinnert, das ich vor einiger Zeit gelesen habe und da stand, dass Autoren ihren Lesern mitteilen sollten, warum sie schreiben.

Aha. Kein schlechter Einfall. Es ist naheliegend, aber trotzdem bin ich noch nicht auf die Idee gekommen. Nebenbei bemerkt: Das machen die meisten anderen auch nicht. Schaut euch mal die Websites des einen oder anderen Schreibenden an. Da geht es hauptsächlich darum, wie lange jemand schon schreibt, wann er/ sie damit angefangen hat und vielleicht noch aus welchem Grund. Aber das war’s dann schon.

fantasie kopfkino lernkatalysator
story-fantasie kopfkino lernkatalysator Bild von press 👍 and ⭐ auf Pixabay

Also: Warum schreibe ich Kinderbücher?

Weil es mir Spaß macht? Auf alle Fälle!
Weil ich viel Fantasie habe? Ich denke ja!
Weil es nicht egal ist, was Kinder lesen? Na und ob!
Weil ich ein Fan bin von Kinder- und Jugendliteratur? Bingo!

Ich könnte jetzt noch so einiges anführen, aber ich erspare uns das. Mit dem Geschichten-Erfinden habe ich angefangen, weil meine Buben unersättlich waren in ihrem Hunger nach Storys. Die Vorlesebücher haben ihnen nicht gereicht, also musste ich mir selbst Gute-Nacht-Geschichten ausdenken.

Da kommt natürlich viel Blödsinn heraus, aber ab und zu halt auch mal eine Erzählung, die das Potenzial zu mehr hat. Bis jetzt sind zwei Bücher daraus entstanden (nachdem ich das Publizieren nicht sonderlich verbissen verfolge, ist die Ausbeute ok).

Aber darum geht es ja nicht. Vielmehr ist der Punkt, dass ich jetzt nach den Jahren sehe, was ich mit meiner Geschichtenerfinderei angerichtet habe! Ich habe zwei vollkommen lesesüchtige Kinder herangezogen. Unfähig, auch nur einen Tag dem Tanz der Buchstaben zu entsagen. Ich bin froh, dass sie wenigstens auch leidenschaftlich gern Fußballspielen, sonst würde ich mir Sorgen machen, weil sie mitunter die Nase gar nicht mehr aus Harry Potter, Artemis Fowl und der Dämonenakademie bekommen  – und klar bin ich da stolz drauf 🙂.

Aber obwohl sie Bücherjunkies sind, erlebe ich nicht selten, dass sie mit so manch einem Titel nichts anfangen können, andere wiederum praktisch inhalieren. Und allein bei meinen Jungs zeigt sich, wie wichtig Vielfalt in der Kinderliteratur ist. Was dem einen gefällt, interessiert den anderen nicht im Geringsten und umgekehrt. Darum gehört noch viel mehr geschrieben – für jedes Alter, für jeden Geschmack!

Kinder fürs Lesen zu begeistern, ist wichtig. Menschen, die für Kinder schreiben (damit meine ich nicht mich, sondern jene, die wirklich viel und wirklich Großes geschrieben haben), leisten Wundervolles! Lesen ist die Basis für alles. Es ist der Lern-Katalysator schlechthin. Nicht zuletzt, weil beim Lesen nicht nur das Vordergründige geübt, sondern bei all der Komplexität des Vorgangs im Oberstübchen ein wahres Neuronenfeuerwerk gezündet wird. Oder anders: Die Hirnwindungen glühen – die Intelligenz wächst!

writing fantasie kopfkino lernkatalysator- Bild von Free-Photos auf Pixabay
storytelling-fantasie kopfkino lernkatalysator Bild von Tumisu auf Pixabay

Ein Kind, das in Bücher hineinkippen und sich in Geschichten verlieren kann, erliegt nicht nur seinem hauseigenen Kopfkino. Es boostet ganz nebenbei seine Leseleistung und wappnet sich damit für die Zukunft. Denn gleichgültig, ob ein Kind naturwissenschaftlich, musisch oder technisch begabt ist: Lesen bildet die Grundlage für’s Lernen und damit für eine gute Ausbildung. Und nur, wenn der Funke entfacht, das Feuer geschürt, das Glimmen zum Flächenbrand wird, können Kinder ihren Weg frei und selbstbestimmt gehen – unabhängig von ihrem sozioökonomischen Hintergrund.

Darum schreibe ich – oder zumindest schreibe ich deswegen weiter, jetzt, wo ich weiß, welche Auswirkungen vielleicht auch meine Geschichten haben können. Das ist doch gescheit, oder? Und ganz sicher ist das auch „was Richtiges“ und mindestens so wertvoll wie Bücher für Erwachsene zu schreiben.

Nein, wenn ich mir das recht überlege, ist es sogar viel, viel wertvoller! Punkt. 🙂

 

Hier gehts zur Blog-Bar -> Klick dich durch! 🙂